Frauen packen an

Der Alliierte Kontrollrat in Deutschland erlässt am 10.07.1946 ein Gesetz, das Frauen und Kindern ab 14 Jahren die Beschäftigung bei Bau- und Aufräumarbeiten gestattet. Dadurch soll der Mangel an männlichen Arbeitskräften ausgeglichen werden. Weil viele Männer gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft sind, leisten vor allem Frauen die Schwerstarbeit bei der Schuttbeseitigung, ersten Instandsetzungen und der Organisation des täglichen Lebens. Im besiegten und besetzten Deutschland bestimmt der Kampf ums tägliche Überleben den Alltag der Menschen. Die Ernährungslage hat sich dramatisch verschlechtert, der Schwarzmarkt blüht und die hungrigen Städter fahren zum „Hamstern“ aufs Land.

Bereits im April 1946 hatten die alliierten Besatzungsbehörden in befreiten Städten Frauen zum Arbeitseinsatz dienstverpflichtet.  Die Schuttberge in Deutschland sind gewaltig. Die Gesamtmenge an Trümmermasse wird auf rund 400 Mio. Kubikmeter geschätzt. Allein die Trümmer der früheren Reichshauptstadt Berlin könnten einen Güterzug mit einer Länge von der Spree bis an die Ruhr füllen. Die sogenannten Trümmerfrauen beginnen ihre Arbeit oft mit den einfachsten Mitteln wie Eimern und Schaufeln. Wegen fehlender Baumaschinen gehen die Aufräumarbeiten nur schleppend voran. Zunächst räumen die Frauen die Straßen, damit die Versorgungsfahrzeuge passieren können. Schwerbeschädigte Häuser werden zum Einsturz gebracht. Viele noch unter den Trümmern liegende Sprengkörper müssen entschärft werden. Wieder verwendbare Steine werden gereinigt, Metallteile sortiert und eingeschmolzen. Unbrauchbares Holz dient als Brennstoff.

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Rainer Kerkhoff